Zur
Diskussion “Ikonen-Kitsch?” in der aktuellen Photonews Ausgabe 4/2016

Um
Gefühle geht es auch in dieser Diskussion. Wir sehen leider tausende von
Bildern die uns flüchtende Menschen zeigen, 24 Stunden in allen medialen
Kanälen.

Ob
wir wollen oder nicht wir haben uns an diesen Anblick gewöhnt. Diese Bilder
sind nicht ungewöhnlich. Aber das interessanteste und informativste Foto ist immer das
unerwartbarste. (Vgl. Flusser) All zu oft werden dann leider diese
“leidenden Fotografin” ästhetisiert um ihre Aufmerksamkeit einzufordern. Dieser pittoreske Blick auf das Leid löst bei
mir ein starkes Unbehagen aus. Ging es dem Fotografen wirklich darum Empathie
für die Leidenden zu erzeugen? In Susan
Sontags Buch Das leiden anderer betrachen
wird sehr schön diese Diskussion geführt, ein Buch das jeder Fotojournalist gelesen
haben sollt. denn bei ihm wird das Bild und das Leid zu Ware, schön
fotografierte Ware lässt sich nun mal besser verkaufen als “unschöne”.
(Ober man bekommt vielleicht eine Auszeichnung dafür) Dies ist ein
Drahtseilakt, dessen sich die Fotografen bewusst sein sollten. Gerade
Schwarz/Weiß Fotografien neigen dazu, das Leid noch entrückter zu machen, es zu
ästhetisieren, wie im Fall Warren Richardson (World Press Photo des Jahres
2015)

Ich empfehle diesen Text aus dem Blog von Thomas Schmid: http://schmid.welt.de/2016/02/19/ein-foto-das-kein-foto-war/